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das Ende der Rollinger Herrschaft im Eischtal

aus dem Tageblatt 09.09. 1943

 Ihr Name gehört nur mehr der Geschichte an.

  Von den Nachkommen des Franz-Ernst ist urkundlich wenig bekannt: berichtet kann nur über Lothar-Friedrich und Johann-Philipp werden.

 Lothar-Friedrich kam in den Besitz der Erbmarschallswürde. Der Verlust ihrer sämtlichen Familiengüter im Eischtal ließ die Herren von Rollingen nicht schlafen; auch ging Lothar-Friedrich mit dem Gedanken um, die Herrschaft Simmern wieder in seinen Besitz zu bringen. Zu diesem Zwecke pflog er mit Thomas de Marchant  Unterhandlungen, die jedoch erfolglos blieben.

Hierauf richtete er sein Augenmerk auf ein anderes Familiengut, auf das von Körich. Am 22. Dezember 1714 kaufte er von seinem Vetter Johann-Ernst von Rollingen sämtliche Rechte auf Körich. Bevor es ihm aber gelang, benannte Herrschaft wieder einzulösen, hatte er mit der gräflichen Familie von .Suys, der Pfandinhaberin, von Körich, verschiedene Prozesse zu führen, die zu seinen Ungunsten aus- fielen. Unterdessen geschah es, dass sämtliche Pfandrechte auf die Herrschaft Körich der Gräfin von Lagnasko, einer geborenen Wallenstein und' Rechtsnachfolgerin der Gräfin von Suys. zu erkannt wurden. Mit dieser Dame setzte sich nun Lothai- Friedrich in Verbindung, was zur Folge hatte, dass die Gräfin von Lagnasko ihm, am 1. Dezember 1722, alle ihre Rechte auf die Herrschaft Körich verkaufte. Von diesem Augenblick an führte der Rollinger Herr auch den Titel "Herr von Körich". Lothar-Friedrich starb zu Mecheln. Seine Gemahlin ließ ein Inventar über die Aktiva  und Passiva der Hinterlassenschaft ihres Gatten durch den hoch- würdigen Johann-Franz Dethier, Schloßkaplan zu Körich und Sekretär des verstorbenen Lothar Friedrich, aufstellen.

 Maria Theresia Knebel von Katzenellenbogen und deren Bruder, Vormünder der noch minder- jährigen Kinder Johann-Philips von Rollingen, nahm das Vermächtnis der Herrschaft Körich nur unter Vorbehalt an. Nachdem die Bilanz der Hinterlassenschaft durch den kurmainzischen Regierungssekretär Peter Matthäi und den Advokaten Delahaye, welche die beiderseitigen Vormünder mit dieser Angelegenheit betraut hatten, aufgestellt worden war, erkannte man, dass die Schulden gewaltig angewachsen waren, und man zur Tilgung derselben gezwungen sei, Körich zu verkaufen. Dies geschah denn auch wirklich am 4. Mai 1739, wo die Herrschaft mit allen Dependenzien und Rechten für die Summe von 25 000 Talern auf den Freiherrn und nachmaligen Grafen Lambert- Josef de Marchant, Herrn zu Ansemburg, überging.

 So verlor das Haus Rollingen sein letztes Familiengut im Eischtal.

. So endete die Rollinger Herrschaft im Herzogtum Luxemburg. Obgleich die letzten Abkömmlinge dieser altadligen Familie nun im Auslande wohnten, so hing ihr Herz doch noch immer an ihren früheren schönen Besitzungen im Eischtal. Besonders schmerzte sie der Verlust von Simmern, wo ihre Ahnen drei Jahrhunderte geherrscht hat- ten. Noch im Jahre 1743 erhob Maria-Theresia Knebel von Katzenellenbogen Ansprüche auf den Rollinger Teil von Simmern. Aber der Freiherr Lambert-Josef de Marchant d'Ansembourg, der damalige Besitzer dieses Teiles, legte ihr eine Urkunde vor, in der Lothar-Friedrich Verzicht auf den benannten Teil geleistet hätte. Maria-Theresia stellte die' Authentizität der Urkunde in Zweifel und strengte einen Prozess an, der fünf Jahre dauerte. Der Ausgang desselben war, dass der Herr von Ansemburg im Besitze des Rollinger Teiles der Herrschaft Simmefn blieb. Das andere Viertel der Herrschaft Simmern aus dem Hause von Rollingen war schon längst auf dasjenige von Pallant übergegangen. So verschwand die Familie von Rollingen auf immer aus dem Eischtal, und ihr Name gehörte nur mehr der Geschichte an. M. G. i

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